PureBau Partner

Städtische Räume besitzen durch die Bebauung eine sehr große Oberfläche, die hauptsächlich durch Baustoffe (Beton, Fassadenfarbe, Dachziegel, Glas usw.) gebildet wird. Fast alle Baustoffe können potenziell durch die Ausrüstung mit Titandioxid (TiO2) mit einer photokatalytischen Aktivität versehen werden. Diese verspricht enorme Vorteile:

  • Abbau von Luftschadstoffen zur Verbesserung des städtischen Klimas
  • Abbau von Anhaftungen und dadurch Verringerung der Oberflächenver­schmutzung (weniger Wartungsaufwand, längere Lebensdauer)

Beide Effekte werden bereits heute im Labor mit großen Effizienzen erreicht. Im Einsatz am Freilandobjekt jedoch können diese Laborergebnisse aktuell nicht erreicht werden. Das Verständnis für die Langzeitwirkung und die Wechselwirkungen der unterschiedlichsten Umwelteinflüsse auf die photokatalytische Oberfläche ist aktuell nicht ausreichend, um die gemessenen Unterschiede zu erklären und die Schaffung neuer Materialien gezielt voranzutreiben. Diese Problematik will das Verbundprojekt „PureBau“ nachhaltig lösen. Drei wesentliche Forschungsschritte sind hierzu erforderlich:

  • Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem Photokatalysator und seiner Umgebung (Umwelteinflüsse und Einbettungssysteme)
  • Evaluierung der Forschungsergebnisse durch mehrere innovative Werkstoffdemonstratoren
  • Schaffung der Grundlagen für robuste, als Standard geeignete Messsysteme für die photokatalytische Aktivität einer Werkstoffoberfläche, um Messungen im Labor und an Objekten im Freiland eindeutig und vergleichbar zu machen

Das Projektkonsortium wird diese Schritte im Rahmen des dreijährigen Projekts anhand mehrerer Materialien und Baustoffe durchführen. Im Einzelnen sind dies: Spezialzement, Betonwaren (Pflastersteine), Fassaden- und Innenfarben, Dachziegel und verschiedene TiO2- Granulate/Slurries/Pulver/Premixe. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette der Werkstoffproduktion einbezogen, von den wissenschaftlichen Grundlagen, über Rohstoffe bis hin zur Herstellung von Werkstoffen und industrierelevanten Materialien aus diesen Werkstoffen. Aus diesem Ansatz entstehen nicht nur mehrere Demonstratoren hocheffektiver Photokatalysewerkstoffe, sondern es wird vor allem das Verständnis für die Grundlagen wesentlich erhöht und damit der gesamte Technologiebereich vorangetrieben. Das Projekt hat damit eine herausragende Bedeutung für den städtischen Lebensraum und für die deutsche Wirtschaft.